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Wir begleiten Leben

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Leitbild

Damals wie heute ist das christliche Menschenbild die Grundlage unseres Handelns. Wir unterstützen Menschen, die Hilfe brauchen, unabhängig von Konfession, Herkunft und Nationalität.

 

„Selig sind die Barmherzigen...“ (Matthäus 5,7)

 

Pflegephilosophie meint das bewusste Nachdenken über Motivation und Ziel der Pflege und über die Wege, die zu diesem Ziel führen. Pflegephilosophie fragt: „Was heißt gut pflegen?“ und ebenso „Was heißt gut gepflegt werden?“ Diese Fragen gelten denen, die pflegen (einzeln und im Team) und denen, die gepflegt werden. Sie gilt aber genauso denen, die die Voraussetzungen zu schaffen haben, damit gute Pflege möglich wird.

Gut pflegen bedeutet qualifiziert, interessiert, kompetent, verlässlich, einfühlsam pflegen und in dieser Tätigkeit berufliche Befriedigung finden. Es bedeutet, aufgeschlossen sein für Verbesserungen und für bewährte und neue Angebote zur fachgerechten und personenbezogenen Hilfe. Muss doch, wer anderen helfen soll, wissen, dass auch er selber Hilfe braucht.

Gut gepflegt werden bedeutet, dass der Patient sich ernstgenommen fühlen kann und erfährt, dass er für den Pflegenden nicht zum „Fall“ geworden, sondern - selbst bei starker Veränderung - Person geblieben ist mit Geist und Seele und nicht nur mit einem Körper. Er soll spüren, dass seine Privatsphäre, seine Empfindungen und Gefühle geachtet werden, dass ihm Selbständigkeit zugestanden wird, und dass er, soweit sein Zustand es erlaubt, mitentscheiden darf.

Alle Pflege geschieht in einem vielgestaltigen Beziehungsfeld. Dieses Umfeld umfasst einen engeren und weiteren Bereich. Zum Nahbereich gehören die Beziehungen innerhalb der Station, also zur Pflegedienstleitung, zum Team, zur Verwaltung und zum Träger. Im Pflegehaus sind Beziehungspersonen die Angehörigen, der Hausarzt und die MitarbeiterInnen der hauswirtschaftlichen Dienste. Zum weiteren Umfeld gehören die Beziehungen zur Kirchengemeinde mit ihrem Pfarrer und den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen als tragende Gemeinschaft. Den weitesten Beziehungsrahmen bilden die Kranken- und Pflegekassen, das Gesundheitswesen, die gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen, schließlich die gesamte Öffentlichkeit. Innerhalb dieses Beziehungsrahmens spielt die Wirtschaftlichkeit, der Kostenfaktor eine zwar bestimmende, aber nicht die einzig bestimmende Rolle.

Diese Beziehungsträger müssen unter Wahrung der jeweiligen Kompetenzen sinnvoll und zielgerichtet zusammenarbeiten wollen. Nur so können sich ein gutes Arbeitsklima und eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens bilden. Von Seiten der Station und ihres Trägers sind dazu als unverzichtbare Voraussetzungen zu schaffen: Klar formulierte Arbeitsbedingungen, ein verlässlicher, kompetenter Führungsstil, durchsichtige Strukturen, ausreichende Ausstattung an Pflegehilfsmitteln und Fahrmöglichkeiten, Anreize zur Fortbildung und Supervision.

Für eine evangelische Diakoniestation gehört zu den unverzichtbaren Voraussetzungen (und das keinesfalls als eines unter anderem) die seelsorgerische Begleitung. Sie darf nicht fehlen, weil das Eigentliche, das für alle Diakonie Prägende dort am deutlichsten in Erscheinung tritt, wo auch die beste Pflege keine Heilung oder doch Besserung bringen kann. Von den Pflegenden will an einem solchen Pflegebett die eigene Hilflosigkeit ausgehalten sein, es kann ihnen aber zugleich anzuspüren sein, dass sie um andere als nur menschliche Hilfe wissen. Da mag dann der Sterbenskranke dankbar empfinden, dass in einer Person der Mitarbeiterin der Diakoniestation etwas von dem Frieden zu ihm gekommen ist, „den die Welt nicht geben kann“, und dass zusammen mit ihr das Erbarmen sich ihm zuwendet, die barmherzige Liebe Gottes, von der sie, die Gesunde, selber lebt. „Freuen dürfen sich alle, die barmherzig sind...“

(Matthäus 5,7 nach der Übersetzung in der „Guten Nachricht“).